SPONSOREN

Der Hundebezwinger

Braunes Bergschaf

Dies ist eine Erinnerung an Wastl, unseren ersten Braunen Bergschafbock. Er kam 1998 bei uns auf den Betrieb, gemeinsam mit zwei Braunen Mutterschafen, die die Basis für unsere Zucht sein sollten. Vorher hatten wir ein wenig mit den Weißen Bergschafen gearbeitet, doch je mehr ich mich mit der (Zucht)Geschichte der Braunen beschäftigte, desto stärker wurde mein Wunsch, genau die Braunen zu züchten. Für einen angehenden Züchter aus Nordrhein-Westfalen eine echte Herausforderung, gab es doch kaum zuchtfähige Tiere in den nördlichen Bundesländern.

 

Über die Gesellschaft zur Erhaltung alter und vom Aussterben bedrohter Haustierrassen (GEH) konnte ich zuerst Kontakt auf nehmen mit Josef Grasegger (junior), der als Rassebetreuer aktive. Und – wie es der Zufall so wollte – gab sein Vater Josef Grasegger (senior) gerade seine Zucht auf. Also Anhänger angespannt und eine Nachreise nach ins Ammertal. Zum Frühstück trafen wir uns, „ratschten“ eine lange Weile und schlussendlich konnte ich nicht nur zwei Muttertiere kaufen, sondern auch seinen Spitzenzuchtbock Wastl.

 

Der war ein echter Glücksgriff. Denn der war nicht nur züchterisch Spitze, er war auch ein echter Wachbock. In den Jahren zuvor hatte ein Wanderschäfer hier großflächig gewirtschaftet, die Bewohner des Nachbardorfes hatten es sich angewöhnt, mit ihren Hunden quer über alle Weiden zu stiefeln, Zäune wurden niedergetreten, die Hunde zum Spielen mit den Schafen von der Leine gelassen. Mit Wastl war das vorbei, der hat sich nichts gefallen gelassen und manch einen Hund und seine Besitzer von der Weide gejagt. Kein halbes Jahr hat es gedauert, da war Ruhe. Ich hab es ihm gerne verziehen, dass er mich auch zwei Mal lang gelegt hat ... Wastl war der einzige Stoßbock, der bei mir den Alterstod mit über 10 Jahren sterben durfte. Übrigens: Er war auch der erste G1-Bock im weiten Umland – allerdings haben wir die Scrapie-Resistenzzucht schnell aufgegeben, auch wenn die von unserem Schafzuchtverband intensiv gefordert wurde.

 

Ach ja: Noch vergangenen Jahr erzählte eine Nachbarin, dass sie von der einen Wiese Obst vom Baume holen wollte. Doch als sie Schafe sah, ist sie so schnell ihre Beine trugen von der von der Wiese verschwunden. Eine nette Frau, der ich dann gestanden habe, das Wastl schon Jahre tot ist ...

Peter Schmidt, Klosterhof Bünghausen, Gummersbach